Brief an meine Schwägerin

Dies ist einer von zwei Briefen, die dem Hochzeitsgeschenk meines Bruders und seiner Frau bei lagen.
Ich habe ihnen 50€ geschenkt, geheftet an einen Gutschein für‘s Babysitten, wenn mein Neffe demnächst da ist, damit die beiden sich dann mal einen schönen Abend machen können. Doch irgendwie war mir das von Anfang an zu unpersönlich…

Ich habe Wochenlang mit diesen Briefen gekämpft. Der meiner Schwägerin ging mir am Tag der kirchlichen Trauung locker von der Hand (auf den letzten Drücker arbeiten, klappt manchmal halt doch besser), doch der meines Bruders…

Tja, das könnt ihr hier lesen, wie gut mir das mit dem Brief an meinen Bruder gelungen ist: https://kleinekaeferin.blog/2020/08/10/brief-an-meinen-bruder/

Namen sind durch Punkte ersetzt, weil ja nicht jeder direkt alles über unsere Familie wissen muss. 😉
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Liebe …,

Endlich haben wir es geschafft: Endlich bist Du Teil der Familie … und das jetzt auch ganz offiziell. 🙂

Ich freu mich sehr darüber, dass genau Du meine Schwägerin geworden bist und dafür gibt es einige gute Gründe.

Als wir neulich zum Brunchen bei meiner Mutter waren, hatte ich ja durchblicken lassen, was … früher für ein Kotzbrocken zu mir war. Glaub mir, der hat mich echt ganz schön auf dem Kicker gehabt und jeden Tag gegen mich gefeuert. Man merkt natürlich auch so, dass er älter geworden ist, aber seitdem Du Teil seines Lebens bist, ist er nochmal viel entspannter geworden, was viele Dinge betrifft.
Seitdem Du Teil seines Lebens bist, ist er mir gegenüber auch entspannter geworden. Früher hatte ich das Gefühl, ich könnt ihm nie was recht machen. Eigentlich war ich als Person an sich schon verkehrt und hätte gerne umgetauscht werden können.

Irgendwie ist er ruhiger geworden, bedachter in seinen Worten mir gegenüber und kann hin und wieder auch mal zeigen, dass seine Schwester gar nicht so doof ist, wie er früher immer meinte. Ich bin unsicher, was er dir alles über uns als Familie erzählt hat und noch viel unsicherer, was Du eigentlich über mich weißt. Und weil ich seit Monaten schon denke, dass Du eigentlich so eins, zwei Sachen über mich wissen müsstest, weil sie in unserer Familie nie laut ausgesprochen werden, mag ich einen kurzen Ausflug in mein Leben machen, obwohl wir uns ja auch schon recht lange kennen.

Ich hab dank der Schulzeit irgendwann die Ausfahrt ins Glück verpasst und seitdem jeden Mist mitgenommen, den ich mir vorstellen kann. Das Resultat: Ich gelte seit mittlerweile 13 Jahren als psychisch erkrankt und bin mit diversen Dingen diagnostiziert. Von Borderline, über Essstörungen, bis hin zur Angst- und Panikstörung ist gefühlt alles dabei. Die letzten Jahre waren ruhiger, dank Corona ist gerade wieder viel Chaos, weil alles, was ich mir aufgebaut hatte, mit einmal weg war und dann kam noch die Endometriose-Diagnose hinzu… Lief dieses Jahr wieder so richtig gut bei mir…

Aber weißt Du, was mich seit Monaten trotzdem weiter kämpfen lässt, obwohl ich zweitweise wieder über‘s aufgeben nachgedacht habe? Dass ich weiß, dass demnächst so ein Zwerg auf die Welt kommt, der außer mir keine Tanten und Onkels haben wird und ich ja dementsprechend den Teil der verrückten Tante abdecken muss… und verrückt kann ich gut! 😀

Ich werde die Tante sein, die bei Familienfesten immer irgendwie Abseits sitzen wird, weil sie soziale Interaktionen im Privaten Rahmen echt fürchterlich beängstigend findet. Ich werde die Tante sein, die mit komischen Geschenken um die Ecke kommt, die für andere erstmal keinen Sinn ergeben (wartet nur auf das Willkommensgeschenk für Ben), aber gut durchdacht wurden. Ich werde die Tante sein, die ihrem Neffen von Anfang an einredet, dass er nicht auf das hören soll, was ihm vielleicht mal irgendwann an Gemeinheiten entgegen gebracht wird. Ich werde die Tante sein, die ihn irgendwie gut durch die Schulzeit bringt, damit er es mal besser und einfacher als seine Tante hat. Ich werde die Tante sein, die ihn Nachts um 3h irgendwo in der Disko einsammelt und ihn zuhause auf dem Sofa seinen Rausch ausschlafen lässt, wenn er nicht will, dass ihr mitbekommt, dass er etwas zu weit gegangen ist. Ich werde die Tante sein, die ihm kluge Ratschläge über die Liebe gibt, wenn sein Herz das erste mal gebrochen wurde. … Wir können das noch ewig so weiterführen… Aber vor allem werde ich die Tante sein, die ihm von Anfang an sagen wird, dass er gut so ist, wie er ist und es nichts gibt, was er an sich ändern muss. Egal, ob es seine Art und Weise ist, wie er spricht, sich bewegt; ob es die Art ist, wie er sich kleidet, wen er liebt, oder was er mal beruflich machen will. Solange er nicht irgendwann zum Kotzbrocken wird, werde ich ihm immer sagen, dass er sehr von seiner Familie geliebt wird und perfekt ist, wie er ist.

Ich bin froh, dass Du Teil unserer Familie geworden bist, weil ich bei dir sehr sicher bin, dass Du, genau wie ich, … von Anfang an immer sagen wirst, dass er geliebt wird und perfekt ist, wie er ist. Klar wirst auch Du als Mama nicht immer alles perfekt machen, verlangt auch niemand von dir, aber ich weiß, dass Du eine der liebevollsten Mama‘s auf dieser Welt sein wirst, die zu ihrem Kind steht, egal was passiert.
… hat unfassbares Glück, dich an seiner Seite zu haben und ich hoffe für ihn, dass er das weiß.

Willkommen in der Familie und auf das, dass Du uns nie wieder verlässt. 😉

Ich habe die Hochzeit meines Bruder überlebt – Tag 1/2

Zwei Hochzeitstage meines Bruders in Folge sind vorbei. Zwei Tage überlebt.
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Wer den Blog-Eintrag im Vorfeld nicht gelesen hat, kann jetzt hier nachlesen, wie schlecht es mir im Vorfeld mit der Hochzeit ging:
https://kleinekaeferin.blog/2020/08/01/die-hochzeit-meines-bruders-und-wieso-ich-eine-woche-vorher-schon-panikattacken-bekomme/
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Das ganze Spektakel fing am Freitag um 8.00h an, als mein Wecker klingelte. Ich hatte ihn extra so früh gestellt, weil ich in Ruhe duschen, Haare föhnen, Frühstücken und wach werden wollte. Nach gefühlten dreißig Stunden Haare föhnen (ich weiß schon, warum ich die kurzen Haare vor ein paar Jahren so mochte…) und sie aus dem Gesicht stecken, sowie etwas Augen-Make-Up auftragen, konnt ich mich noch für einen Moment hinsetzen, einen Milchkaffee trinken und noch etwas „frühstücken“. Man müsste eher sagen „Mittag essen“, da es das Mittagessen vom Vortag war.. aber frühstücken war noch nie so meins.
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Um 11.10h bin ich dann los gestiefelt, rüber zum Standesamt, das etwa drei Minuten Fußweg entfernt ist. Ich war fürchterlich aufgeregt, weil ich keine Ahnung vom Ablauf hatte und wer alles kommen würde. Als ich um die Ecke bog, von der man den Rathausplatz einsehen kann, klappte mir kurz die Kinnlade hinunter und ich musste grinsen. Das erste Mal im Rahmen dieser Hochzeit musste ich lächeln. Auf dem Platz stand gefühlt die halbe Stadt, vor allem aber die gefühlte halbe Feuerwehr von Essen. Sechs Fahrzeuge, drei auf dem Platz, vier davor an der Straße.
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Angekommen auf dem Platz war es zwischen den hunderten Menschen gar nicht so einfach meine Familie zu finden. Die klärte mich aber nach meinem Eintreffen erstmal auf, dass an diesem Tag drei Feuerwehrmänner in Folge heirateten. Dementsprechend war nicht nur Essen, sondern auch Erkrath vertreten, was trotzdem ein unfassbares Bild abgab, wie diese Horden von Feuerwehrmännern auf dem Platz vertreten waren.
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Irgendwann als Erkrath verheiratet war, durften mein Bruder, seine Frau und die beiden Trauzeugen ins Standesamt. Kurz danach, als alles formelle geklärt war, durften die Familien mit rein. Insgesamt waren dann 11 Leute bei der Trauung dabei, wenn wir die Standesbeamtin, das Brautpaar und die Trauzeugen mit einrechnen. Es war also schön überschaubar klein, aber vor allem wirklich schön gemacht. Ein paar Tränen floßen natürlich auch. Auch bei mir, als es hieß, dass meine Schwägerin nun offiziell zu unserer Familie gehört und auch unseren Nachnamen angenommen hatte.
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Danach ging es raus aus dem Rathaus, vor dem sich die Feuerwehrkameradschaften meines Bruders schon in Position gebracht hatten. Die BF und FF standen zu einem geschlängelten Gang mit Schläuchen in der Hand, zwischen denen das Brautpaar durch musste. Am Ende wurden die beiden mit einem „Appell“ der Kameradschaften und persönlichen Worten der Wachleitungen beglückwünscht. Aber weil das für einen Feuerwehrmann nicht reichen würde, stand die Drehleiter schon bereit.
So durften die beiden in den Korb der Drehleiter einsteigen und wurden Richtung Himmel gefahren. An der Stelle meinen größten Respekt an meine Schwägerin: im 8. Monat schwanger und dann auf der Drehleiter… Ich hätte wahrscheinlich im Strahl runter gekotzt. Aber da sie das schon kannte, hat sie es gut ertragen und war recht entspannt. Oben im Himmel angekommen, wurde der Korb einmal im Kreis gedreht, so dass die beiden einmal über die gesamte Stadt schauen konnten… und die gesamte Stadt sie sehen konnte.
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Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Schaulustige wir hatten. Es war direkt gegenüber vom Rathausplatz auch noch Marktzeit und dementsprechend unendlich viele Menschen bekamen das Spektakel mit. Schön anzuschauen war es aber alle Male.
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Nachdem die beiden wieder gelandet sind, gab es noch ein Foto mit der Feuerwehr. Da meine Schwägerin schwanger ist und Abstand zu allen, außer der Familie wahren wollte, standen die Kameradschaften etwa drei Meter hinter dem Brautpaar und haben auch sonst den nötigen Abstand eingehalten, damit sie entspannt das Aufgebot genießen konnten.
Anschließend gab es noch einen kleinen Umtrunk und dann wurde sich auf den Weg gemacht. Wir sind alle zur Mutter der Braut nach Hause, weil die eine alte Schreinerei bewohnt und dort viel Platz zum feiern hat, so wie einen schönen Garten.
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Den Teil der folgte, fand ich dann noch wahnsinnig anstrengend, weil irgendwie alle nicht so richtig ins Gespräch kamen. Man merkte halt, dass zwei Familien aufeinander trafen und einfach nicht so viel miteinander zu tun hatten. Ich habe mich irgendwann mit meinem Vater draußen in ein Eckchen gesetzt und einfach dort ausgeharrt, wie lange ich es dort aushalten muss. Essen konnte ich nichts, obwohl es viele leckere Häppchen gab. Ich habe mich an meinem Wasser festgehalten und war froh, meinen Vater dabei zu haben… Ohne das, wäre ich definitiv auch früher gegangen. So haben wir gegen 18h meine Mutter überzeugt, dass wir gehen, die uns aber auch direkt einen Vorwurf machte, dass wir uns ja mal „unter‘s Volk hätten mischen können“. Tja, da sind mein Vater und ich uns wohl zu ähnlich, dass wir sowas einfach nicht mögen, oder er wusste, dass ich sonst verloren gehe, wenn er das tut.
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Damit endete der erste Tag. Mit Kopfschmerzen und einem Lächeln.
Denn wer mich kennt, oder meine Postings verfolgt, weiß, dass eben nicht alles so einfach und Friede, Freude, Eierkuchen ist, wie es sich nun erstmal liest. Auch, wenn der Tag echt schön war und ich am Ende froh war, hingegangen zu sein, war er super anstrengend für mich. Ich hatte ständig das Gefühl im Weg zu stehen, was falsches zu machen, zur falschen Zeit die falschen Dinge zu tun, … Wer nicht selbst an Angst- und Panikstörungen, oder Ptbs leidet, kann sich das schwer vorstellen, was für ein Stress alleine mittig auf dem Rathausplatz stehen, sein kann. Ich habe mich ständig umgedreht und umher geschaut, weil ich bei so vielen Menschen immer Angst habe, etwas zu verpassen oder im Weg zu stehen. In drehe mich dann eigentlich unentwegt herum um alles in meiner Umgebung mitzubekommen. Alleine das braucht super viel Energie, weil das eben ein ängstliches Verhalten ist und quasi eine Art Überlebensmodus ist, in den der Körper dann schaltet.
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Hinzukommen eben die ganzen sozialen Interaktionen mit den Brauteltern, Stiefeltern und sämtlichen Anverwandten oder Freunden. Jedes Wort zu überdenken, jede Bewegung zu planen. Einem Gespräch zu folgen, wenn um einen herum noch zehn weitere stattfinden. Dabei immer nett zu sein und niemandem das Gefühl zu geben, dass man nichts mit ihm zu tun haben will… das alles ist einfach super anstrengend und raubt jede Energie. Man möchte irgendwann im stehen einschlafen.
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Bei mir macht sich so etwas oft in Spannungskopfschmerzen bemerkbar. Ich verspanne nämlich leider sehr gerne meine Kiefermuskulatur, wenn ich in solchen Stresssituationen bin. Dazu gesellen sich gerne ein paar Wirbel, die ich dann hin und wieder selbst einrenken muss, weil sie sonst auch Schmerzen verursachen. Ich merke das, wenn dieser Kopfschmerz kommt, ob es Spannungskopfschmerz, oder Migräne ist und auch, wenn ich versuche, die Muskulatur etwas zu lockern, ist es meistens nicht mehr ganz weg zu bekommen.
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So habe ich den Freitag mit Kopfschmerzen und einem Lächeln beendet. Am frühen Abend auf meiner Couch mit Let‘s Plays und anderen YouTube-Videos zum abschalten. Irgendwann gegen 2h hat es mich dann auch im Bett ausgeknockt.
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Der zweite Hochzeitstag folgt in einem anderen Blog-Eintrag… Sonst müsstest ihr jetzt nochmal solch einen Block lesen und das wollen wir alle nicht. 😉

Die Hochzeit meines Bruders und wieso ich eine Woche vorher schon Panikattacken bekomme

Nächste Woche heiratet mein Bruder und die heutige Frage war erneut: Was ziehe ich an?

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Ich bin immer noch etwas in das gelbe Kleid verliebt und fast alle Rückmeldungen neulich, waren auch positiv, was das Kleid betraf. Nur meine Mutter fand es nicht gut. O-Ton: „Sowas können nur braun gebrannte Leute tragen. An dir sieht das nicht aus.“

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Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber gerade mein Bein-Tattoo passt farblich eigentlich perfekt zu dem Kleid und lenkt von der etwas blassen Hautfarbe ab.. aber die hatte ich auch schon immer und werde ich auch immer haben. Und das ist okay. Ich hab nicht das Gefühl, dass ich bräuner werden müsste um irgendeinem Schönheitsideal zu entsprechen?!

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Meine Mutter war bei der Hose + Oberteil für das Standesamt (wir warten davor, weil aktuell nur die Trauzeugen mit dürfen und gehen danach zur Familie der Schwägerin in den Garten zum beisammen sitzen). Das gepunktet Kleid für die Trauung.

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Meine beste Freundin sagte: „Wenn du das gelbe Kleid nicht bei der Hochzeit deines Bruders anziehst, musst du es bei meiner tun“ und die Hochzeit dürfte (hoffentlich :P) noch ein paar Jahre weg sein… aber die feiert das Kleid halt.

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Ich bin unsicher… ich mag das gelbe Kleid und die Hosen+Blusen-Kombi. Das gepunktete auch, aber ich trag halt niiiiiiiiiiiie Kleider (hab fünf im Schrank und alle genau einmal angehabt) und dafür ist das gepunktete dann halt nochmal ne Nummer „festlicher“ als das gelbe. Also ist das Gefühl beim tragen gleich ein anderes… ein schwereres, weil man sich eleganter fühlt und somit das Gefühl hat, mehr im Mittelpunkt zu stehen, als mit dem gelben Sommerkleidchen.

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Wenn man mich fragt: Ich mach den Spaß nur mit, weil es nun mal mein Bruder ist und mein Neffe ja nur mich als Tante haben wird. Sonst würde ich mir den ganzen Quatsch sparen und zuhause bleiben, weil mir jetzt schon das Herz stehen bleibt, bei dem Gedanken, dass ich als Schwester des Bräutigams auf einer Hochzeit bin, bei der ich fast niemanden persönlich kenne, zumindest mit niemandem im Kontakt bin, aber alle mich kennen.

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Ich weiß, dass ich nächste Woche mit jedem Tag mehr auf eine grandiose Panikattacke zusteuern werde und dieses Hochzeitswochenende ein einziger Alptraum wird und ich durchgängig irgendwo zwischen Panikattacke und „Wegrenn-Bedürfnis“ hängen werde.

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Dank Corona darf ich auch niemanden mitnehmen… was ich eh für albern halte, weil halt trotzdem noch gute 40 andere Leute kommen werden. Da wäre der eine Überträger mehr nun auch kein Beinbruch… aber gut.. ich hab das nicht zu entscheiden, sondern das Brautpaar.

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Irgendjemand Tipps wie ich die zwei Tage überleben kann? Wie gesagt habe ich zu niemandem der Anwesenden Kontakt (die kennen mich alle, ich kenn viele vom sehen, bzw sind auch eins, zwei alte Schulkameraden dabei) und werde die absolute Außenseiterin sein, obwohl die allermeisten meine Altersklasse sind.

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Der 30. meiner Schwägerin war mit den selben Leuten und ich saß die gesamte Zeit bei meinen Eltern und habe mit den Eltern meiner Schwägerin gequatscht. Ohne meine Eltern wäre ich aber gestorben vor Peinlichkeiten und Unwohlsein.

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Und ganz davon abgesehen sterbe ich auch jetzt schon bei dem Gedanken an das Essen.

Wer mich kennt weiß, dass essen gehen mit Freunden mittlerweile sogar recht okay funktioniert. Mal besser, mal schlechter, aber ohne große Angst, bzw beruhigt sich das recht schnell. In Gegenwart meiner Familie klappte das noch nie, dass wir entspannt essen gehen konnten und in solchen Massen von Menschen, werde ich keinen Bissen runterbekommen.

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Es mag absurd klingen für die meisten, aber tatsächlich weiß ich jetzt schon, dass ich sowohl vor der Standesamtlichen Trauung, als auch der Freien, zuhause üppig essen werde, damit ich bei der Hochzeit keinen Hunger habe und das Ganze besser ertrage, wenn ich nichts essen werde.

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Ja, ich weiß jetzt schon, dass ich bei der Hochzeit nichts essen werde, außer mir stellt irgendwer einen Teller unter die Nase und zwingt mich. Ich ertrage den Gedanken jetzt schon nicht und spüre schon alle Blicke auf mir. Lieber sage ich tausend mal: „Ich habe keinen Hunger. Danke“, als einmal vor diesen Leuten zu essen.

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Es ist absurd… dieser ganze Stress mit der Hochzeit verdeutlich mir wieder, wie toxisch meine Familie für mich ist. Wäre es jemand aus meinem Freundeskreis, der heiratet, wäre die Angst wesentlich geringer, weil ich weiß, es gäbe wenigstens einen Menschen, der mich kennt und auf mich aufpasst… und mich vielleicht auch an der richtigen Stelle aus dem Trubel rauszieht und zum Essen zwingt, irgendwo, wo niemand daneben steht und „zuschaut“.

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Bei meiner Familie brauche ich das nicht erwarten. Ich weiß bis heute ja nicht mal, ob meine Schwägerin je erfahren hat, was ich für eine Vergangenheit habe. Ob mein Bruder ihr jemals gesagt hat, was seine Schwester eigentlich für beschissene Zeiten durch gemacht hat und dass seine Schwester psychisch immer noch einen Knacks weg hat.. es ist aber auch nicht meine Aufgabe, ihr das zu sagen. Wenn mein Bruder es nicht tut, dann hat er seine Gründe dafür. Vielleicht hat er es auch getan und ich weiß es nicht… denn in unserer Familie wird nicht darüber geredet, dass die Tochter seit über 13 Jahren psychisch krank ist und mit dem Leben kämpft… auch, wenn das Außenstehende nicht immer sehen.

Warum ich Familie hasse und wie schnell ich in Panik verfallen kann


Heute war einer der Tage, an denen ich wieder wusste, wieso ich Familie so hasse.
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Meine Familie fragte neulich, ob mein Laptop einen HDMI-Anschluss besitzt, weil sie einen Beamer anschließen müssen und kein Gerät haben, wo HDMI passte. Der Plan war ein Bild auf eine Leinwand zu projizieren und dann zu malen, dass mein Bruder und seine Verlobte gerne an der Wand im Kinderzimmer hängen hätten.
Da ich meinen Laptop aktuell auch eigentlich nicht brauche, weil ich nur noch das Handy und das IPad nutze, hab ich den Laptop zur Familie gebracht, mit der Aussage: „Könnt ihr erstmal behalten.“
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Den großen Fehler, den ich begangen habe? Vorher nicht die Festplatte leer räumen, oder einen Gast-Account erstellen. Stattdessen hat meine Familie nun Zugriff auf alle Daten, wenn sie will. Inklusive Google Chrome und allen gespeicherten Accounts, die ich so im Internet nutze. Ich hab alles vom Desktop in einen unübersichtlichen Ordner geschmissen und Google Chrome als Verlinkungen gelöscht, in der Hoffnung, dass dies schon vom Schnüffeln meiner Mutter abhält, weil sie die Sachen einfach nicht findet.
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An dieser Stelle ein Einschub aus der Vergangenheit: Als ich vor 6 Jahren ausgezogen bin aus dem elterlichen Haus, habe ich jeden Winkel des Hauses auf den Kopf gestellt, ob ich noch Sachen von mir, vor allem Unterlagen finde, die für mich wichtig sein könnten. Dabei fand ich nebst Rentenversicherungsnummern und Kinder- und Jugendpsychiatrieunterlagen, auch einen Zettel mit diversen Zugangsdaten. Internetseiten, Email-Adresse und Passwort. Allesamt von mir. Meine Mutter musste wohl damals meinen Laptop durchsucht haben und alles notiert haben, was sie finden konnte. Dementsprechend ist meine Sorge, sie könnte schnüffeln, wohl begründet.
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Nun musste ich heute nochmal bei meinen Eltern vorbei, weil ich die Vorlagen für meine Rechnungen neulich aus meinen Clouds gelöscht habe und somit nicht vom IPad oder Handy aus, meine Rechnung für die drei Arbeitswochen schreiben konnte.
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Als ich da war, baten meine Eltern mich, am Abend ein Foto von ihnen zu machen. Kleine Notiz: Es gibt ein Hochzeitsgeschenk für meinen Bruder und seine Verlobte, für das einige Fotos aus derem Familien- und Freundeskreis benötigt werden. So brauchten meine Eltern ein Foto, das Abends entstanden ist. Ich willigte ein und da ich schon um 16.00 Uhr bei meinen Eltern war, haben wir noch zusammen ein paar Spiele gespielt.
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Bis dahin ist erstmal alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen. Mein Vater und ich können Stundenlang in Frieden spielen, quatschen oder einfach schweigen. Irgendwann fing dann die Diskussion mit meiner Mutter an.
“Du brauchst doch auch noch ein Foto. Das können wir ja dann gleich machen.“
Nach einigen „Nein‘s“ meinerseits, gab es den Moment, an dem ich Klartext sprach. 
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Ich teilte meinen Eltern mit, dass ich nichts unangenehmer finde, als dieses Foto machen zu müssen. Dass ich es auch eh absolut kacke finde in sowas involviert zu werden, ohne gefragt zu werden, ob das cool für mich ist. Und dass ich es noch beschissener finde, dass diese ganzen, mir fremden, Menschen, alle in einer Liste lesen können, welches Foto ich machen muss und somit bei der Hochzeit sehen würden, wenn ich keines gemacht habe. Jeder würde sehen, dass die Schwester, des Bräutigams sich geweigert hat.
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Größer könnte man einen Menschen nicht bloßstellen und demütigen. Und nicht nur, würde es mich in ein unschönes Licht schieben. Nein, mein Bruder würde gleich mit in das Licht kommen, weil es heißen würde: „Was hat der denn für eine komische Schwester/Familie.“ 
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Für mich ist dieses Foto seit Wochen ein Alptraum. Ausgerechnet ich habe dann auch noch ein Motiv, dass man nicht irgendwo heimlich in einer abgelegenen Ecke machen kann, sondern ich soll zu einem Kiosk rennen. Mehr Fokus könnte man wahrscheinlich in der Öffentlichkeit nur bekommen, wenn es heißen würde: „Renn nackt in einen Supermarkt.“
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An dieser Stelle die Erinnerung an alle: Ich bin seit 10 Jahren diagnostizierte Borderlinerin mit Anpassungsstörung. Hinzukommen eine Angst- und Panikstörung, Ptbs, Essstörungen, etc. Es braucht für mich nicht einen Marktplatz, auf dem ich auf einem Podest stehe und alle zeigen mit dem Finger auf mich. Für mich braucht es manchmal nur, dass ich mich kurz verspreche, oder eine falsche Bewegung mache und ich breche in Panik aus. 
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Man kann sich also annähernd vorstellen, was es bedeutet, wenn ich an einem Kiosk vorbei rennen soll und jemand anderes fotografiert das Ganze auch noch. Ich möchte bei dem Gedanken daran lieber sterben, als das umsetzen zu müssen. Doch wie gesagt: Jeder könnte nachvollziehen, dass ich es war, die nichts abgeliefert hat und das dementsprechend Getratsche wäre groß. Zumindest sagt mir mein Kopf das. Und das reicht, um mir jetzt, in meinem geschützten Zuhause, Tränen in die Augen zu jagen und Herzrasen zu verursachen.
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Ich dachte eigentlich, das Gespräch wäre damit beendet und die Aussage: „Ich mach das wenn, mit meiner besten Freundin“ wäre eindeutig gewesen.. war sie wohl nicht, wie ich später feststellen durfte.
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Wir fuhren also mit dem Auto runter Richtung Innenstadt, weil meine Mutter da eine Ecke überlegt hatte, wo sie gerne ihr Foto machen würde. Mein Vater gab eine grobe Richtung an, wo ich parken sollte. Als ich geparkt hatte und fragte, wohin sie nun laufen wollen, meinten beide nur: „Na, zu dem Kiosk da oben. Dein Foto machen.“
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Es fehlte nicht viel, dass ich ausgestiegen wäre, gewartet hätte, bis die beiden gefolgt wären, abgeschlossen hätte und dann zu meiner Wohnung gelaufen wäre. Stattdessen wurde ich relativ aggressiv in meinem „Nein!“ Für mich war es vollkommen unklar, wie man nun wieder dieses Thema aufbringen konnte, obwohl ich keine drei Stunden vorher gesagt habe, dass ich das Ganze nicht mit meinen Eltern machen werde und erst Recht nicht in dem Stadtteil, in dem ich wohne.
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Irgendwann sagte meine Mutter, wo sie ihr Foto machen wollte, ich startete den Motor und fuhr zu der Ecke, damit das Thema einfach beendet war. Die Stimmung war danach scheiße, ich hab 30 Fotos für meine Eltern gemacht und sie dann zuhause abgesetzt. 
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Ich selbst parkte dann wieder genau dort, wo ich kurz zuvor mit den beiden schon mal stand, als wir diskutierten, dass ich dieses Foto nicht heute machen werde. Und ab hier fing es an, richtig unangenehm zu werden. Ich parkte dort, in genau der gleichen Lücke, wo ich vorhin zwei Minuten stand, bevor ich wieder los fuhr. Leute hatten das Ganze Szenario beobachtet und nun musste ich mir die Blöße geben, wieder dort auszusteigen. Wenn die gleichen Leute mich dort nochmal gesehen haben, müssen die sich mit Garantie gedacht haben: „Was veranstaltet die hier eigentlich?“
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Ich lief dann vom geparkten Auto quer durch die Innenstadt zu meiner Haustür. Dabei musste ich quasi durch den Außenbereich eines Cafés latschen, die ihren Außenbereich nämlich mitten auf dem Bürgersteig eröffnet haben. Ein Rollifahrer kommt da nicht mehr vorbei und muss auf die Straße ausweichen, aber zu Fuß geht es gerade noch so… wenn sich die Leute nicht wie heute, einfach Stühle hinzu holen und auch noch vor Kopf an den Tischen sitzen. Das sah ich aber auch erst, als es schon zu spät war und ich nicht mehr auf die Straße ausweichen konnte. Also musste ich den Bauch einziehen und die Luft anhalten, weil ich in Zeiten von Corona auch niemandem ins Gesicht atmen wollte. Die Leute juckte es null, dass ich mich vorbei quetschen musste, sie guckten mich nur schief an, als ich grimmig an ihnen vorbei stiefelte.
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Keiner von den Beteiligten kennt mich, trotzdem hat es mir ein absolutes Unwohlsein verpasst. Ich war noch aufgewühlter, noch genervter, noch aggressiver als vorher.. und noch mehr in Richtung Panik unterwegs. 
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Zum krönenden Abschluss fehlte noch, dass meine Lieblingspizzeria direkt neben unserem Hauseingang liegt. Die kennen mich, weil ich da recht häufig in der Vergangenheit bestellt habe und wir verstehen uns super, so dass ich auch mal den einen oder anderen Bonus geliefert bekomme.
Normalerweise grüße ich die auch immer, wenn sie draußen rauchen, oder ich sie durch die Scheibe sehe… die letze Zeit kann ich ihnen nicht ins Gesicht schauen, weil ich nach der Arbeit und Terminen immer irgendwie gestresst nach Hause kam… und heute war es besonders schlimm. Ich hätte, wie ich gerade zu, aus diesem Café-Chaos heraus taumelte, auf die Pizzeria zusteuerte, einfach heulen können, weil mir das alles unfassbar unangenehm war, ich mich nicht unwohler nach allem hätte fühlen können und eigentlich schon dabei war, eine. Panikattacke zu bekommen.
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Oben in der Wohnung angekommen, ließ die ganze Anspannung nach. Die Panikattacke blieb aus, was alleine daran liegt, dass ich direkt, nachdem ich die Klamotten gewechselt habe, angefangen habe, diesen Text zu schreiben. Die Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, anstatt sie als Emotionen heraus zulassen.
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Zwischendurch meldete sich meine beste Freundin und versuchte mich sogar anzurufen. Keine Ahnung, ob sie nur quatschten wollte, oder ihre Welt unterging…
Aber ich schrieb ihr folgende Nachricht zurück:
“…, ich lieb dich sehr… aber ich kann nicht zurück rufen. Ich kämpfe gerade mit den Tränen und mit Panik und wenn ich dich jetzt am Telefon habe, heul ich mit absoluter Garantie los… und ich bin sehr sicher, dass wir das beide gerade nicht brauchen.“
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Vor ein paar Jahren hätte ich alles mit mir selbst ausgemacht und in mich hinein gefressen. Heute teile ich ihr sowas mit und weiß, sie ist da für mich. Sie hat mir als Antwort irgendeine Sprachnachricht geschickt, die ich gleich, wenn ich alles online habe, abhören werde. Ich bin mir sicher, dass sie mir mitteilen wird, dass sie da ist und immer erreichbar ist, wenn ich doch ein Ohr zum reden brauche… Es tut gut dies zu wissen und noch viel besser tut es, zu wissen, man braucht nicht in Panik verfallen, man muss sich nicht aus lauter Druck wieder selbst verletzen, oder oder oder… man darf einfach mal für den Moment ein Igel sein, sich zurück ziehen und pieksen, im nächsten Moment aber wieder hervor kommen und sich vom Menschen aufpäppeln lassen.
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Mindestens genauso gut tut es, dass ich für mich das schreiben wieder entdeckt habe. Es mag sein, dass es nicht viele lesen, was vollkommen okay ist. Doch für mich ist es eine Art Druckausgleich. Emotionen in Worte fassen. Gedanken aussprechen. Menschen mitteilen, wieso ich so bin, wie ich bin.
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Und wie ich langsam das Gefühl habe, der Text kommt zum Ende, so merke ich: Ich wünschte mir so sehr, meine Eltern hätten nur annähernd solch ein Verständnis und solche eine Empathie, wie all die Follower und Leser meiner Instagram-Seite, meines Blogs oder meiner YouTube-Videos. Sie würden nur ansatzweise so mit mir umgehen, wie die Menschen, die verstanden haben, dass rationales Denken nicht in meiner Welt vorgesehen ist und ich mit vielen Dingen kämpfe, die für andere Menschen absolut normal sind. 
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Stattdessen weiß ich aber, dass sie es nie ganz verstehen werden und sie es auch nach dem 22.352.435.246 Mal Klartext sprechen, immer noch nicht gelernt haben, dass das Leben für mich eben komplett anders ist, als für sie. Dass ich niemals so denken und fühlen werde wie sie. Und dass ich niemals so entspannt durch‘s Leben gehen werde, wie sie das Tag ein, Tag aus, tun.
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Es ist frustrierend, wenn man weiß: Das einzige, was meine Familie und mich noch verbindet, ist der Zwerg, der bald auf die Welt kommt und außer mir, keine Tanten und Onkels haben wird… und dass ich meinen Neffen groß werden, sehen möchte und nicht will, dass er das Kind ist, dass später allen antworten muss: „Ich habe eine Tante, aber die kenn ich nicht, weil meine Familie keinen Kontakt zu ihr hat.“
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Reicht, dass ich das mit meinem familiären Umfeld erlebt habe… Ben, muss das nicht erleben.
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Und wer bis hierher gelesen hat, darf mir gerne schreiben, dass er sich sein Fleißsternchen abholen möchte. 😀

Die Achterbahnfahrt namens „Ungewissheit“

Herzlich Willkommen, liebe Absurditäten des Lebens.

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Hiermit eröffne ich das vermutlich (vorläufig) letzte Mal Menstruationsschmerz in meinem Leben. In drei Wochen ist die Op und danach soll direkt mit der Hormonbehandlung angefangen werden.

Aussage der Oberärztin: „Sie nehmen dann die Pille durch, ohne Unterbrechungen, außer es besteht irgendwann ein Kinderwunsch. Dann muss man nochmal neu begutachten.“

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Das mit dem Kinderwunsch ist immer noch absurd auf vielen Ebenen, vor allem, weil es bis zur Op weiterhin unklar bleibt, wie genau nun eigentlich die Fehlbildung meiner Gebärmutter aussieht. Ggf erledigt sich das mit dem Kinderwunsch ja dann auch von ganz alleine. Vielleicht kann ich mir dann demnächst mit 26 Jahren überlegen, ob so eine Gebärmutterentfernung nicht sinnvoll klingt. Tsss… absurd ist das alles.

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Gerade eben habe ich mich ertappt, wie ich meine, doch irgendwie plötzliche, Periode, verflucht habe. Sie kündigte sich seit gestern an, täuschte heute Mittag dann mal kurz an und kam vorhin dann doch sehr überraschend. Und wie soll es anders sein? Natürlich direkt mit Schmerzen.

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Nun sitze ich im Bett, mit Körnerkissen und der Packung Tabletten neben mir. Die Tablettenpackung werde ich nun binnen der nächsten fünf Tage zur Hälfte oder Dreivierteln aufbrauchen. 20 Tabletten auf Naproxen-Basis sind in einer Packung. Man kann sich also vorstellen, was für Schmerzen ich eigentlich jeden Monat erlitten habe, in den letzten 12-13 Jahren.

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Und so stand ich vorhin in der Küche, während das Körnerkissen warm wurde und heulte mich bei meiner besten Freundin, via WhatsApp aus, wie scheiße ich das finde, ausgerechnet jetzt, eine Nacht vor meinem letzten Auftrag, meine Tage zu bekommen. Und wie sehr mich das nervt zu wissen, wie die letzten Male schmerzmäßig waren und dass ich ahne, dass das jetzt wieder so verläuft. Und ich dann gar nicht weiß, wie ich mich morgen auf der Arbeit überhaupt auf zwei Beinen halten soll. Geschweige denn, wie ich morgens mit den Schmerzen aus dem Bett kommen soll.

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Etwa zehn Minuten später finde ich mich heulend in meinem Bett wieder. Ich verfluche es, gerade diese Schmerzen zu haben und meine Tage zu bekommen. Zu einem Zeitpunkt, der wieder unpraktischer nicht sein könnte. Doch gleichzeitig will mir nicht aus dem Kopf gehen, dass dies vielleicht das letzte mal für lange Zeit oder gar für immer ist, je nachdem, wie die Op verläuft.

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Vermutlich wäre ich aktuell entspannter, würden wir „nur“ von der „normalen“ Endometriose sprechen, doch leider stellte man ja bei der Voruntersuchung noch eine Fehlbildung der Gebärmutter fest, von der 25 Jahre lang, keiner was gewusst haben will. Ne, so Fehlbildungen ploppen ja auch plötzlich über Nacht auf dem Boden heraus, klettern in Häuser rein und befallen nachts, schlafende, ahnungslose Wesen. Kennt man ja, diese Geschichten.

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So heißt es nun also nicht nur bangen, dass die Endometriose nicht so arg ausgebreitet ist, dass sie mir meine Fruchtbarkeit raubt oder erschwert, sondern zusätzlich noch bangen, dass die Fehlbildung nicht so gravierend ist.

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Die Chancen stehen jetzt wie? Auf jeden Fall hab ich jetzt schon so krass im „Scheiße-Jackpot“ abgeräumt, dass ich in meinem Leben besser nicht mehr Lotto spiele, oder Spielsüchtig werde. Kann ich nämlich mit meinem Pech nur verlieren.

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Es ist absurd auf so vielen Ebenen. Da kämpft man sich 13 Jahre lang aus dem Teufelskreis der psychischen Erkrankungen heraus und versucht von seiner „Emotional instabilen Persönlichkeitsstörung“ Abstand zu gewinnen… und als man das ein paar Jahre echt gut geschafft hatte, kommt eine physische Erkrankung hinzu, die alles über Wochen zur Ungewissheit macht und einen in eine emotionale Achterbahnfahrt schmeißt. Soll mir einer sagen, dass das nicht wirklich Absurd ist…

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Danke für nichts Leben. Ich wüsste zwar gerade nicht, warum ich noch gegen dich und deine fiesen Machenschaften ankämpfen sollte… aber irgendwie fühlt sich aufgeben verkehrt an. Hab ich in der Vergangenheit mehrfach versucht, hat mehrfach nicht geklappt, also bin ich ja wohl selbst zum aufgeben zu blöd.

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Und möglicherweise muss ich dieses Adjektiv auf die Liste meiner Eigenschaften setzen:

Aber ich kann ja schon ganz schön trotzig werden… Wer mir sagt: „Du kannst das nicht, Du darfst das nicht, Du sollst das nicht“ wird immer mit einer trotzigen Marie rechnen müssen.

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Also Leben:

Wenn Du meinst mich in die Knie zwingen zu können, weil Du mir keinen Anlass bietest, wofür es sich zu leben lohnt – Dann bekommst Du jetzt die trotzige Marie zu spüren, die darauf antwortet: „Ich mach nicht das, was Du willst. Ich geb nicht auf! Ich lass mich nicht unterkriegen!“

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Schwierig würde es nun nur werden, wenn das Leben so etwas wie umgekehrte Psychologie kennt und mich ausgetrickst hat. Das sollte ich besser nicht erfahren, sonst wird das ganz schön kompliziert mit diesem Leben… 😉

Das Gefühl von Machtlosigkeit und dem Versuch, nicht wahnsinnig zu werden

Und wie aus dem Nichts, wirst Du mit 25 Jahren, vor die Frage gestellt: Willst Du eigentlich mal Kinder haben?

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Diesmal aber nicht nach dem Motto, jemand lernt dich kennen und will das einfach wissen um dich als Person zu verstehen. Diesmal kannst Du auch nicht antworten: „Keine Ahnung. Hängt wohl von der/dem passenden Partner/in ab. Werden wir in ein paar Jahren sehen.“

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Diesmal zerbrichst Du dir unweigerlich den Kopf darüber, ob Du ernsthaft an eigenen Kindern interessiert bist.

Denn diesmal teilt dir eine Ärztin mit, dass Du vielleicht niemals eigene Kinder haben kannst.

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Als vor drei Wochen endlich der Verdacht Endometriose im Raum stand, war mir schnell klar, dass diese Frage noch öfter aufkommen wird. Beim Vorgespräch, bei der medikamentösen Therapie, in der langfristigen Behandlung… überall würde es Thema werden, dass Endometriose zu Problemen führen kann, wenn es um den eigenen Kinderwunsch geht. Da war aber alles noch so „locker“ und man schaut halt mal, was bei der Op überhaupt herum kommt.

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Heute wurde die Endometriose bereits zu 90% bestätigt, ohne überhaupt die Bauchspiegelung gehabt zu haben. So eindeutig sahen die fast pechschwarzen Zysten im Ultraschall, für die Oberärztin des Endo-Zentrums, aus. So eindeutig ließ die Anamnese bereits darauf schließen.

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Nun gut, dann ist das jetzt halt klar, man entfernt die Zysten und dann geht es an die medikamentöse Therapie. Da kam der nächste Klopper: „Sie werden dann dauerhaft die Pille nehmen müssen. Sprich sie werden ihre Tage erst wieder bekommen, wenn sie irgendwann aktiv versuchen, Kinder zu bekommen. Vorher werden sie keinen normalen Zyklus mehr erleben.“

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Jahrelang wollte ich nicht sinnlos Hormone einschmeißen, weil das ja nicht die Lösung für alles sein kann… jetzt soll ich mit 25 in die künstliche Menopause, damit ich, halbwegs bis ganz, beschwerdefrei leben kann. Großes Kino.

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Als wäre bis hierhin mein 2020 nicht schon eine große Katastrophe gewesen, folgten die nächsten Hiobsbotschaften.

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„Von der Tast- und Schalluntersuchung her, schaut es nicht so aus, ihre Angaben sprechen aber dafür. Wir werden den Darm nochmal auf Endo-Herde untersuchen. Sollten wir welche finden, kann es passieren, dass wir den Darm teilweise entfernen, für mehre Monate einen künstlichen Darmausgang legen und das dann revidieren, wenn der restliche Darm sich erholt hat. Sollen wir das ggf direkt in der Op machen, oder wollen sie lieber nochmal über das Ergebnis sprechen und dann eine zweite Op ansetzen?!“

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Hand auf‘s Herz: Wer von euch hat sich mit 25 schon mal Gedanken darüber machen müssen, wie er zu einem künstlichen Darmausgang steht? Niemand? Geht mir genau so… Wir haben uns darauf verständigt, dass der Befund erst nochmal mit mir besprochen wird und man zusammen abwägt wie nötig der Eingriff wirklich wäre.

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Und falls jemand denkt, hier hätte das Drama ein Ende gefunden… nö. Es wurd noch besser.

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„Ihre Gebärmutter sieht aber auch nicht ganz normal aus.“

Ich weiß nicht wieso, aber Krebs war in meinem Kopf in dem Moment präsenter, als die Aussage: „Man nennt das Herzförmige Gebärmutter. Hier außen können sie die Gebärmutter gut erkennen, aber umso mehr man in die Mitte geht, verschwindet sie. Irgendwann sieht man die im Ultraschall nicht mal mehr. Das kann sein, dass eine Schwangerschaft damit schwer, bis gar nicht möglich wird. Das ist eine Fehlbildung, die man operativ abklären muss.“

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Zack. Mit 25 sagt man mir, dass ich eine fehlgebildete Gebärmutter habe, mit der ich eventuell gar keine Kinder kriegen kann. Wieso genau hat mir das die letzten ca. 13 Jahre niemand gesagt? Wieso haben das 3 Ärztinnen nicht gesehen, obwohl diese Fehlbildung von Geburt an vorhanden ist?

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Nun habe ich eine Gebärmutterhöhlenspiegelung mit anschließender Bauchspiegelung gewonnen. Falls man bei der Gebärmutterspiegelung die Gebärmutter durchstoßen sollte, könnte man sie so in der zweiten Spiegelung wieder zusammenflicken… tatsächlich war der Gedanke mein kleinstes Problem an der ganzen Geschichte.

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Von sämtlichen anderen Komplikationen und Risiken, die sonst mit solch einer Op einhergehen, brauchen wir nicht reden. Die habe ich alle mit Schulterzucken wahrgenommen. Eitrige Wunden, Schulterschmerzen von der Lagerung, verletzte Organe, allergische Reaktionen, … Alles Kleinscheiß über den sie halt aufklären musste. Nichts worüber man sich einen Kopf zerbrechen müsste. Pah. Das ich das mal sagen würde…

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Ich will mich nicht verrückt machen und eigentlich will ich mich auch noch gar nicht mit der Frage nach meinem eigenen Kinderwunsch beschäftigen. Bis zum Op-Termin sind es noch ein paar Wochen und bis die Op vorbei ist, wissen wir alle nicht, was jetzt genau Stand der Dinge ist und was nicht.

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Selbst, wenn ich mir die Frage nun beantworten würde… was würde es mir bringen? Herbe Enttäuschung nach der Op, wenn es heißt, eigene Kinder sind unmöglich und ich gedanklich aber doch welche haben wollte? Kann ich drauf verzichten, also will ich so genau gar nicht drüber nachdenken.

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Doch der Gedanke, dass man sich bald Gedanken darum machen muss, macht mich kirre. Der Gedanke, was ist wenn, schwirrt den gesamten Tag im Kopf herum. Mit etwas Ablenkung verschwindet er kurzzeitig, doch er taucht schneller wieder auf, als man meint.

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Für die, die bisher gelesen haben… ich bin kein wahnsinnig, krass, gläubiger Mensch, war es nie und werde vermutlich auch nie einer werden. Doch hin und wieder, wenn vieles auf einmal passierte und ich keine Kontrolle über die Dinge hatte, habe ich gebetet. Ich habe gebetet, dass falls es irgendwas in diesem Universum gibt, mir dieses Wesen, ein wenig Kraft schenkt. Ich glaube nicht an übersinnliche Heilkräfte, oder der gleichen… aber ich glaube durchaus daran, dass der Glaube an etwas, einem Kraft geben kann. Kraft, die ich aktuell mehr denn je brauchen kann.

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Seit 13 Jahren kämpfe ich gegen meine Psyche und ihre Dämonen an. 13 Jahre war ich mein größter Feind. 13 Jahre hatte ich es aber auch in der Hand, wie der Kampf ausgeht. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die Ärztin und Glück zu bauen. Darauf zu hoffen, dass nach all dem Drama dieses Jahres, endlich Ruhe einkehrt und alles halb so wild ist, wie es vielleicht gerade noch scheint.

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Ich habe mich noch nie so machtlos gefühlt wie aktuell. Nichts tun zu können, außer den Kopf hochzuhalten und nicht wahnsinnig zu werden… das ist Machtlosigkeit auf einem neuen Level.

Ein Fazit: 4 Wochen Fructoseintoleranz und Essstörung unter einen Hut bringen

Fazit nach 4 1/2 Wochen Ernährungsumstellung: Das klappt tatsächlich besser als gedacht.

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Ich sollte jetzt vier Wochen komplett auf Fructose verzichten, was von Anfang an klar war, dass das nicht klappt. Mit einer Essstörung kann ich nicht mal eben von jetzt auf gleich auf 3/4 meiner Lebensmittel verzichten. Stattdessen habe ich alles auf ein Minimum zurück geschraubt, ohne mir Dinge zu verbieten.

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Man lernt bewusster wahrzunehmen, auf was für Produkte man besonders reagiert, auf welche vielleicht gar nicht und in welchem Maß sie verträglich sind. Kleinigkeiten, über die ich nie nachgedacht habe.

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Beispiel: Cola. Oh Boy gibt’s da Unterschiede. Ich bin ja ein Cola-Junkie, dass ist ja schon ewig so. Ich hab es die letzten Monate stark zurück geschraubt, in dem ich z.B keine Getränke mehr bestelle, aber hin und wieder gibt es Tage, an denen könnt ich mir nen Liter auf Ex geben. Dass, das auch mit Gelüsten bedingt durch die Hormone zu tun hat, ist keine Frage. Aber da stellte ich z.B krasse Unterschiede fest. Coca-Cola ist in „geringen Maßen“ über „längere Zeit“ okay. Fritz-Kola geht am besten, vor allem die ohne Zucker. Was sich sofort bemerkbar macht, ist Mio Cola. Die schlägt mir sofort auf den Magen-Darm-Trakt.

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Erdbeeren sind auch ein gutes Beispiel: Kann ich theoretisch ungesüßt eine Packung von essen, in dem Moment, wo extra Süße dran kommt, wird es schnell kritisch.

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Ich lerne meine Grenzen kennen und esse aktuell auch an sich viel weniger. Zudem probiere ich viel mehr Neues aus. Ich hab ja vor Jahren schon die Alpro-Choco-Soyamilch als Ersatz für Kakao gefunden. Soya/Hafer/Mandelmilch an sich konnt mich aber im Kaffee z.B nie überzeugen. Aber es gibt ja noch mehr als Kaffee, wo man Milch braucht. Wieso nicht da mal ausprobieren? Also hab ich jetzt bei Real ein Paket bestellt, um es einfach mal zu testen. Vielleicht wird es ja doch eine Alternative.

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Großer Punkt, den ich feststelle: Das Verlangen nach Süßigkeiten hat sich geändert. Ich hab viel Verlangen nach Süßem, was ich aktuell eigentlich immer mit dem Soya-Kakao ausgleiche. Aber nach „normalen“ Süßigkeiten gelüstet es mir gerade fast gar nicht. Zartbitterschoki ist eine Ausnahme und da esse ich dann aber auch absolut in Maßen, weil sie eben schnell, „genug ist“, vom Geschmack her. Kein bescheuertes: „ich fress eine Packung in fünf Minuten“, mehr.

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Es ist eine Wohltat, wenn man auch außerhalb von zuhause essen kann, ohne sich zu fragen, wie der Körper drauf reagiert, weil man einfach langsam ein Gefühl für Lebensmittel bekommt.

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Das einzige, was bleibt: Stress verschlimmert es! Wenn ich richtig gestresst bin, reagiere ich schneller auf die Dinge, als wenn alles tutti ist. An dem Punkt arbeite ich noch. 😉

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Ich bin froh wieder einmal auf mich und mein Bauchgefühl gehört zu haben. Hätte ich vier Wochen auf sämtliche Fructose verzichtet, wie mir die gesamte Welt erzählen wollte, so wäre ich ich an den Rande des Wahnsinns gekommen, weil ich mir alles hätte verbieten müssen.

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Ich habe mir nichts verboten, im Gegenteil habe ich sogar in Kauf genommen, Probleme zu haben, weil ich gerade Bock auf die eine Sache hatte. Was hätte es mir gebracht, sie mir zu verbieten und vorzuenthalten? Ich hätte Stunden oder Tage später dann zugeschlagen und das verbotene in noch größeren Mengen konsumiert. Dann wären die Probleme mutmaßlich auch noch viel schlimmer gewesen.

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Es ist noch ein langer Weg, dass alles auch zu verinnerlichen… aber der Anfang ist gemacht und das Gefühl für die Fructoseintoleranz, gepaart mit meiner Essstörung, entwickelt sich immer mehr zum positiven.

Ich freue mich auf meine Op… ein Satz, den man selten mit Begeisterung sagt!

Mittlerweile sind es 4 1/2 Wochen, seit dem ich notfallmäßig ins Krankenhaus bin, weil ich vor Schmerzen nicht mehr stehen oder gehen konnte. Etwa 3 1/2 Wochen ist es her, dass ich entlassen wurde.

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Mit Magen- und Darmspiegelung, die ohne Befund waren. Mit auffälligen Schilddrüsenwerten, für die mir schon Hashimoto und ähnliches prophezeit wurden. Mit einer Fructoseintoleranz und einer möglichen Lactoseintoleranz.

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Es sind 2 1/2 Wochen vergangen, seitdem die Schmerzen plötzlich wieder da waren. Diesmal aber pünktlich auf den Tag, mit meiner Periode. Sechs Tage später war ich bei meiner Ärztin.

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1 1/2 Wochen ist es her, dass sie den Verdacht der Endometriose ausgesprochen hat, mir zwei Zysten an beiden Eierstöcken zeigen konnte und mir direkt eine Einweisung für‘s Krankenhaus gegeben hat, mit den Worten: „Kümmern sie sich bald drum. Mehr als zwei Zyklen sollten sie das nicht mehr abwarten.“

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Seitdem frage ich mich, wie ich überhaupt noch warten soll. Warten auf das Vorgespräch, das in einer Woche ist. Warten auf die Op, die danach ansteht. Warten auf die klare Diagnose. Warten auf die Antworten, ob alle bisherigen Symptome der letzten über 10 Jahre wirklich davon stammen.

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Statistik to Go:

Es gibt keine 100% Statistiken, weil die Erkrankung immer noch nicht ausreichend erforscht ist und immer noch zu selten richtig diagnostiziert wird… aber man sagt, dass eine betroffene Frau, die Schmerzen hat, etwa 10 Jahre auf die richtige Diagnose wartet. Frauen ohne Schmerzen, aber mit unerfüllten Kinderwunsch, durchschnittlich 4 Jahre.

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Seitdem ich meinen ersten Zyklus hatte, hätte ich jeden Monat sterben wollen. Das ist etwa seit 14 Jahre jetzt der Standard. Früher enorme Fehlzeiten in der Schule, mittlerweile hochgradig Schmerzmittel „abhängig“, damit ich mit Kreislaufproblemen, Unwohlsein und „leichten bis mäßigen Schmerzen“ noch meiner Arbeit nachkommen kann.

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In all den Jahren drei Ärztinnen gesehen, alle damit konfrontiert, immer hieß es: Ist nichts, ist vollkommen normal, manche Frauen haben halt was mehr Schmerzen. Kleiner Tipp: Wenn man im Bett sitzt und irgendwann wieder zu sich kommt, weil man vor Schmerzen nen Kreislaufzusammenbruch hatte, ist das gar nicht so normal.

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Einmal für wenige Monate die Pille ausprobiert, weil das ja „ach so ein Wundermittel ist“ und entschieden: Find ich richtig kacke mir Hormone rein zuballern, die mir nichts bringen und zu denen ich mich selbst nötigen muss, sie jeden Tag zu schlucken. Hatte übrigens damals keinerlei Änderung, geschweige denn Besserung gebracht. 😉

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Mich ärgert es, dass es jetzt erst zu einem Notfall werden musste, damit die ganze Geschichte ihren Weg geht und Lösungen erarbeitet werden. Ich kann ja sogar noch froh sein, dass es beim ersten Mal nicht schon geplatzte Zysten waren, oder mich das zweite Mal zur Not-Op gebracht hat, sondern alles so einen „ruhigen Notfall-Verlauf“ nimmt.

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Und noch viel mehr ärgert es mich, dass ich jeden verdammten Tag mit Schmerzen wach werde, herumlaufe oder zu Bett gehe. Wobei letzteres meist der Fall ist, weil man sich tagsüber von Schmerzen ablenken kann. Von mir aus, könnten sie mich jetzt auseinander nehmen und gut ist.

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Ich freu mich auf die Op. Komisch das zu sagen, aber ich freu mich drauf, weil ich weiß, es wird zumindest eine zeitweise Linderung bringen.

Ob es langfristig was bringt… who knows?

Es braucht Stärke, damit man um Hilfe bitten kann.

TW: Psychische Erkrankungen, Suizide und Social Media.

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Auf der Rückfahrt von Hamburg hab ich den Podcast „Zweitomate“ von Sturmwaffel und Fishcop angemacht und bin am Ende nochmal richtig ins Grübeln gekommen, was thematisch aber so gut zu den letzten Posts und Blogeinträgen passt.

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Freddie hat was sehr wichtiges gesagt: Über psychische Probleme reden, hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern mit dem genauen Gegenteil – Es braucht unheimlich viel Stärke, wenn man drüber redet, dass es einem nicht gut geht!

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Ich kann zu 100.000% zustimmen! Es bedeutet unfassbare Stärke, wenn man sich seinen Problemen stellt und diese offen kund tut.

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Als ich vor sechs Jahren, mit gerade einmal 20 Jahren, mein absolutes Tief hatte (zu dem Zeitpunkt war ich bereits 7 Jahre erkrankt, aber bis dato eigentlich nur leicht und vor allem nicht richtig diagnostiziert) habe ich anonym auf Instagram und YouTube darüber gesprochen, später dann habe ich mein Gesicht dazu gezeigt. Vieles von damals existiert nicht mehr, oder ist auf Privat gestellt, aber in dem Moment half es, die Gedanken los zu werden.

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Mir folgen hier bei Instagram Arbeitskollegen, Freunde und auch die früheren Auftragsgeber haben das Profil schon gefunden. Oft genug wurde z.B im Job darüber getratscht, was ich poste. Neulich erst schrieb mir eine „Kundin“, dass die das Profil gefunden hat und mitliest. Aber auch Bekannte und ehemalige Wegbegleiter haben sich all die Jahre immer wieder untereinander ausgetauscht darüber.

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Ja, einerseits kotzt es mich an, wie viele Menschen über mich und mein Leben „tratschen“. Zum anderen ist es wahnsinnig strange, wenn man mitbekommt, dass der neue Kollege schon viel über mich weiß, bevor wir uns persönlich kennengelernt haben, weil er in meinem Account mitliest.

Und ja, es gab die Momente, wo ich dachte: Och nö… wieso musst du mich auf meine Posts ansprechen und warum auch noch ausgerechnet jetzt?!

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Aber trotzdem habe ich eines, all die Jahre gemerkt: Den Rückhalt, den man erfährt und die Rücksicht von Menschen, die ernst gemeint hinterfragen, wie es mir geht… das wäre niemals so gekommen, hätte ich nicht offen drüber geredet.

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Es gibt Menschen, die finden über Hashtags und Verlinkungen auf mein Profil und schicken mir die herzlichsten Nachrichten und Kommentare. Menschen, die ich nicht kenne. Menschen, mit denen ich mal gearbeitet habe. Manchmal Menschen, die ich seit Jahren nicht gesehen habe. Und manchmal Menschen, die mir schon ewig folgen und mir nach all den Jahren sagen, wie schön sie es finden, dass ich immer noch lebe, immer noch kämpfe und mittlerweile wieder lächeln kann!

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Aber nebst dem, was die Menschen, die ich nur via Social Media kenne, an Reaktion zeigen, kommt auch aus dem nächsten Umfeld eine Antwort.

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Wie oft saß ich meiner besten Freundin gegenüber, die nun über 10 Jahre an meiner Seite ist und wusste nicht, wie ich ihr erklären soll, was in meinem Kopf vor sich geht. Erst gestern Morgen im Auto, auf dem Weg nach Hamburg, wusste ich nicht, wie ich ihr erklären soll, dass ich gerade überfordert mit Gedanken und Emotionen bin und diese gerne rausgelassen hätte, aber nicht wusste wie.

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Am Abend, als sie noch unterwegs war und mein Kopf zur Ruhe kam, konnte ich es in Worte fassen. Ich habe es in Form eines Blog-Eintrags gepostet. Ich weiß, dass sie es gelesen hat, oder lesen wird. Ich weiß, dass sie mich nicht aktiv drauf ansprechen wird, wenn ich nicht selbst was dazu sage… aber ich weiß, dass sie was daraus mitnimmt. Das sie liest, dass ich in dem einen Moment nicht wusste wohin mit mir, nicht wusste wie ich es rauslassen soll und ich für die Zukunft in solchen Situationen einen Plan brauche. Sie wird beim nächsten Mal wissen, was mir durch den Kopf geht. Sie wird wissen, dass ich überfordert bin. Sie wird sich überlegen, wie sie reagieren kann, oder viel mehr, wie sie mir helfen könnte.

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Über die Jahre habe ich gelernt, mit ihr auch persönlich über sowas zu reden und glaubt mir: Wenn jemand ein Gefühl für mich und meine Emotionen, Gedanken und Probleme hat, dann sie. Es gibt Tage, an denen ich mir denke, dass ich neben ihr eine Panikattacke sondergleichen haben könnte… und ich wüsste in dem Moment trotzdem, dass ich sicher wäre. Da wäre jemand, der mich da durch begleitet, dort rausholt und die grausame Welt von mir abschirmt, damit ich in Ruhe, zur Ruhe kommen kann.

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Es gab schon mal Idioten, die sich über mich und meine Art negativ geäußert haben. Die nicht damit umgehen konnte, dass ich offen über mich, mein Leben, meine Sorgen, Ängste, Nöte, aber auch über die Freuden reden konnte.

Es gab Idioten, die meinten darüber herziehen zu dürfen… aber wisst ihr was? Auf jeden Idioten, der was negatives über mich gesagt hat, kamen 10 Leute, die hinter mir stehen, mich verstehen, oder zumindest Verständnis für mich haben und die mich unterstützen, so wie es in ihrer Macht liegt, oder so, wie sie glauben, dass es Sinn machen würde.

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Psychische Erkrankungen sind kein Tabuthema und dürfen auch nie wieder zu einem werden! Da draußen sind so viele Menschen, die von uns, denen, die ihre Gedanken und Gefühle in Worte fassen können, lernen können. Die lesen können, wie wir damit umgehen. Wie wir den Kampf überleben. Wie wir uns selbst ein Lächeln zurück erkämpft haben. Das in unserem Gehirn zwar gewisse Dinge nicht „normal“ funktionieren und uns damit vor große Hürden stellen, wir dadurch aber nicht komisch oder bescheuert sind und deswegen auch nicht an den Rand der Gesellschaft gehören.

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Im Gegenteil: Wir gehören mitten hinein! Zwischen all die, die „normal“ ticken, um aufzuklären. Aber vor allem zwischen all die, die „vermeintlich normal ticken“ um zu zeigen: Es ist okay anders zu ticken und es ist okay, wenn man nicht der Norm entspricht. Damit eben genau diese Menschen sich anschauen können, wie man diesen Kampf lange kämpfen kann und am Ende sogar vielleicht auch gewinnen kann!

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Haltet durch! Gebt nicht auf zu kämpfen! Und redet… nur so kann euch geholfen werden!

Und wer niemanden im persönlichen Umfeld zum reden hat:

https://www.telefonseelsorge.de/

Per Telefon 0800 / 111 0 111 , 0800 / 111 0 222 oder 116 123

Per Mail und Chat unter online.telefonseelsorge.de

Ptbs, Essstörung und soziale Kontakte an einem Tag, unter einen Hut – Nichts leichter als das!

TW: Angststörung, Ptbs, Essstörungen und soziale Kontakte

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Oh, what a day…

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Das war einer dieser Tage von denen ich ganz klar sage: Krasssssss fordernd und anstrengend für mein Hirn und meine Psyche, aber auch echt gut gewesen! 🙂

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Es war ein Auf und Ab, wie so oft die letzten Wochen. Heute nur mit dem Unterschied, dass ich wieder gemerkt habe, dass ich diese ganze Krise besser durchstanden habe, als ich dachte und erwartet habe.

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Der Tag fing unausgeschlafen an, mit zwei Mädels, die ich zwar sehr liebe (wirklich seeeeeehr liebe), die aber morgens um 8h echt überdreht waren, wenn man mich fragt und umso länger man die auf einem Haufen lässt, umso „schlimmer“ werden die zwei.

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Dann geisterte die Fahrt über ständig der eine Gedanke durch das Auto, und/oder meinen Kopf, der mich ja auch grinsen ließ, aber gleichzeitig in den Wahnsinn trieb. An der Stelle merkte ich wieder mal, dass ich eine Ausgleichshandlung für Spannungssituationen brauche. Zuhause wäre ich auf und ab gelaufen, oder hätte mich halt mit „Mist“ berieseln lassen, um nicht weiter nachzudenken. Im Auto;m, auf engem Raum mit anderen Leuten, hab ich das Gefühl den Druck nicht los zu werden und möchte meist dann einfach schreien und mit den Fäusten trommeln. Muss ich mir mal eine Alternative überlegen.

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Angekommen wurde es etwas anstrengend. Zwei Mädels mit „einem Plan“ und ich, mit einem Unterleib, der halt gerade nicht gesund ist und nach Aufmerksamkeit schreit. Die größte Angst von da an: Bitte nicht wieder die Schmerzen, die mich neulich ins Krankenhaus gebracht haben. Bitte nicht. Sie kamen nicht so extrem, aber zwischendurch war es schon anstrengend, sozialen Interaktionen zu folgen und mit Schmerzen klar zu kommen.

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Dann folgte Entspannung. Einmal im Jahr sehe ich eine wunderbare Freundin, die ich Dezember 2009 das erste Mal gesehen habe… seitdem ist eine Freundschaft geblieben, trotz anhaltender Distanz und unterschiedlicher Leben. Aber jedes Jahr auf‘s neue freue ich mich, sie wiederzusehen. 🙂

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Nachdem ich sie verabschiedet habe, haben wir uns mit zwei anderen wunderbaren Menschen zum Essen gehen verabredet und wer mir eine Weile folgt, weiß, dass Essen gehen echt eine Sache für sich ist. Kann gut gehen, muss es aber nicht. Mit der Blutsverwandtschaft ist es schon in suizidalen Tendenzen geendet, mit Freunden hab ich über die Jahre eine gewisse Routine und ein „gutes Ertragen“ erreicht.

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So war es aber auch heute einer der Tage, an denen mich das ganze im Restaurant warten; auf Menschen einstellen, die ich zwar mag, aber kaum/gar nicht kenne; essen; und dann noch Corona-Umstände und Fußball gleichzeitig ertragen, echt forderte. Ich brauchte nicht in die Karte schauen um zu wissen, was ich esse, weil mich Alternativen nur noch mehr gestresst hätten. Ich war es auch, die vor ein paar Tagen äußerte, dass ich zwar Burger mag und auch zur Not mit in einen Burgerladen gehen würde, mich der Gedanke an Burger in Gegenwart anderer, aber doch seeeeeehr stresst.

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Ich mag die beiden, die hinzugekommen sind, sehr und es war echt gut mit den beiden essen zu gehen… aber als das Fußballspiel immer lauter und präsenter wurde und immer mehr Leute in den Laden kamen und um uns herum Trubel entstand, wurde es für mich immer schwieriger noch geistig anwesend zu bleiben. Ich bin mittlerweile an dem Punkt, wo ich mich frage, ob das eigentlich in der Definition schon dissoziieren ist?!

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Und fragt mich nicht wieso, aber es war ein gutes Gefühl, dass mal jemand, mit dem ich nicht alltäglich zu tun habe, gefragt hat, wie es eigentlich so geht und wie ich zurecht komme… nicht, dass meine beste Freundin das nicht auch ständig „abfragt“, aber wenn das Außenstehende tun, die ein wenig aus meinem Leben und meiner Gefühlswelt mitbekommen, ist das nochmal was anderes und bringt so Gedanken wie: „Krass, es gibt Menschen, die das wirklich interessiert wie es mir geht.“

Schwierig das genaue Gefühl zu erklären, aber danke dir für den Moment des gut Fühlens, in der stressigen Situation. 😉

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Für mich war dann der perfekte Ausklang, wie wir alle noch was trinken gegangen sind. Keiner hat von mir erwartet, dass ich noch voll anwesend bin und von mir aus die Konversation suche, aber man hat mich trotzdem immer wieder versucht mit in die Runde zu bringen und nicht außen vor zu lassen… und ich wusste: Keiner aus unserer Runde, hätte mich für irgendwas verurteilt.

Und irgendwie kamen dann doch noch eins, zwei „wache“ Momente zu Stande, die für ein Lächeln gesorgt haben.

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Ich bin tot müde und zwar nicht, weil ich wenig Schlaf hatte, oder mich körperlich verausgabt hätte, sondern weil mein Kopf heute viel zu verarbeiten hatte. Viele kleine und große Eindrücke, Emotionen und Probleme, die verarbeitet werden wollen, strengen den Kopf an und das hat zur Folge, dass ich am liebsten in der Bar eingeschlafen wäre.

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Während die beiden anderen noch Hamburg unsicher machen, liege ich im Bett, schreibe meine Gedanken nieder um den Kopf frei zu bekommen und werde mich jetzt versuchen ins Land der Träume zu befördern, bevor der Wecker um 7.30h klingelt.

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Danke an die, die den Tag so gut gemacht haben, obwohl er so anstrengend war… und die mir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gegeben haben, dass ich unerwünscht sei, oder stören würde. Ein Schritt mehr, die Dämonen der Vergangenheit zu bezwingen, ist geschafft! Einmal mehr habe ich „essen gehen“ überlebt. Einmal mehr viele Konversationen überstanden. Einmal mehr das Zusammensein mit anderen Menschen, gern erlebt. 🙂

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Und falls ich zwischendurch mal geistig nicht anwesend war: Sorry. Irgendwann beherrsche ich das auch noch, alles andere auszublenden und bei der Sache zu bleiben. 😉